Modellflieger wehren sich gegen Minister-Pläne

Der Modellflug hat in Deutschland eine lange Tradition. In Vereinen wird das Hobby generationsübergreifend gelebt. Kinder und Jugendliche lernen von erfahrenen Piloten den Umgang mit komplexer Technik, speziellen Werkstoffen sowie die Grundlagen der Aerodynamik. Viele heutige Verkehrspiloten, Luft- und Raumfahrtingenieure oder hoch spezialisierte Fluggerätemechaniker haben so in Kindertagen über den Modellflug ihre Leidenschaft für die Fliegerei entdeckt. Aber wie lange wird das noch so sein?
Unbemerkt von weiten Teilen der Öffentlichkeit arbeitet Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) seit geraumer Zeit an einer Novellierung der Luftverkehrsordnung, die ein prominentes Opfer hätte: den Modellflugsport. Doch die Szene wehrt sich. Landauf, landab engagieren sich Modellflieger in der vom Deutschen Modellflieger Verband initiierten Protest-Initiative „Pro Modellflug” (www.pro-modellflug.de).
Politik gefährdet Hobby
Wird das, was im zuständigen Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) aktuell vorbereitet wird Realität, dann hätte das weitreichende Folgen für die kulturelle Vielfalt und das Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche. Beispielsweise stellt die in Rede stehende generelle Flughöhenbegrenzung von 100 Metern – auch auf eigens ausgewiesenen Modelflugplätzen – eine existenzielle Bedrohung für die Modellfliegerei dar. Denn um viele ferngesteuerte Flugmodelle sicher und verantwortungsbewusst fliegen zu können, reichen 100 Meter nicht. Die Folge wäre das Aus für das Hobby von hunderttausenden Menschen in ganz Deutschland.
Dabei besteht bereits jetzt ein umfassendes Regelwerk, das sowohl den klassischen Modellflug als auch den Einsatz von ferngesteuerten Multikoptern ausreichend reglementiert. Die Persönlichkeitsrechte, in Verbindung mit diesen modernen „Drohnen” häufig als gefährdet angesehen, sind in der Realität ebenfalls bereits umfassend durch gesetzliche Regelungen geschützt. „Neue Vorschriften führen nicht zu mehr Sicherheit”, so Hans Schwägerl, Präsident des Deutschen Modellflieger Verbands, der größten Interessenvertretung ihrer Art in Europa. „Aber sie gefährden den Modellflug. Diesen in der Sache nicht zielführenden und praxisfremden Eingriff in die private Lebensgestaltung mündiger Bürger lehnen wir daher ab.”
Sicher und verantwortungsbewusst
Bereits seit geraumer Zeit kämpft der Deutsche Modellflieger Verband auf politischer Ebene und im Dialog mit den zuständigen Behörden für den Erhalt des Modellflugs in Deutschland. Unter www.pro- modellflug.de wurde zudem eine Online-Petition gestartet, die sich direkt an das BMVI und den zuständigen Minister Dobrindt wendet. „Mit der Initiative Pro Modellflug und unserer Petition fordern wir Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt auf, sämtliche Pläne für eine Novellierung luftrechtlicher Bestimmungen oder entsprechende Gesetzesvorhaben zu stoppen, die den seit Jahrzehnten sicher und verantwortungsbewusst betriebenen Modellflug in Deutschland existenziell bedrohen”, erklärt DMFV-Präsident Schwägerl. „Im Namen von mehr als 87.000 Mitgliedern sage ich daher: Herr Verkehrsminister, Hände weg von meinem Hobby.”

Mehr Infos dazu: http://www.pro-modellflug.de